Die Kraft-Schöpfer

Das Rückgrat des Sterntalerhofs sind seine Menschen.

© Werner Zangl

Dass ein Paar den sprichwörtlich schönsten Tag seines Lebens am Sterntalerhof verbringen will – das ist auch für den Sterntalerhof nicht alltäglich. Und doch steht Marias und Martins Hochzeit fast metaphorisch für das, was der Sterntalerhof möglich machen will: Eine hohe Zeit bieten, in einer Zeit die für betroffene Familien von Tiefe geprägt ist, von Schwermut, Angst und Abschied. Und sie steht metaphorisch für die Art und Weise, wie der Sterntalerhof arbeitet: Behutsam bemüht um die Balance zwischen Unterstützung und Intimität – mit einem therapeutischen Ansatz, der das System Familie ganzheitlich in den Mittelpunkt allen Handelns stellt. Dass das möglich ist, wird am Sterntalerhof seit nunmehr zwei Jahrzehnten immer wieder aufs Neue bewiesen. Stetig wachsende Zahlen wie etwa über 80 betreute Familien im Jahr beeindrucken immer wieder aufs Neue, suggerieren aber auch schnell eine routinierte Leichtigkeit, die sich im therapeutischen Alltag – bei aller Erfahrung, die das Team in den vergangenen 20 Jahren gesammelt hat – nur selten so einstellt. Nein, es ist kein Kraftakt, eine betroffene Familie Kraft schöpfen zu lassen – aber es erfordert Kraft. Eine Kraft, die nur aufgebracht werden kann, wenn viele Kräfte zusammenwirken.

Diese Kräfte bündeln sich am Sterntalerhof – in einem interdisziplinären Team aus 24 hauptamtlichen MitarbeiterInnen, die eine breite Palette therapeutischer Handlungsfelder abdeckt: von tiergestützten Therapieformen über Musik-, Kunst- und Tanztherapie bis hin zu Psychologie und Sozialarbeit, Seelsorge und Trauerbegleitung. Unterstützt wird dieses Team aber auch von Menschen, die sich fallweise und je nach Bedarf vor Ort einbringen. An Maria und Martins großem Tag waren dies etwa Lia und Hans Reiss, die vom Sterntalerhof zu ehrenamtlichen Kinderhospizbegleitern ausgebildet wurden – oder auch die mobile Kinderkrankenschwester, die bei der Betreuung der betroffenen Kinder auf ihr medizinisches Wissen zurückgreifen kann. Darüber hinaus ist auch Konsiliarärztin Dr. Ulrike Habeler jederzeit an Ort und Stelle, sie blickt auf eine langjährige Erfahrung am St. Anna Kinderkrankenhaus zurück, mit der sie unmittelbar vor den Toren des Sterntalerhofs eine pädiatrisch-geriatrische Praxis eröffnet hat. Sie alle bilden die stationäre Betreuung und sichern das Angebot an ambulanten Begleitmaßnahmen vor Ort – sie sind das Rückgrat des Sterntalerhof-Netzwerks. Dieses Netzwerk wurde in den vergangenen Jahren aber auch kontinuierlich auf das ganze Land ausgedehnt – mit dem Ziel, Familien nach ihrer Rückkehr in den Alltag auch an ihrem Wohnort bestmöglich weiter zu betreuen. Österreichweit sind dafür SozialarbeiterInnen als regionale Koordinatoren im Einsatz, gemeinsam verfolgen Familien-Begleiter, soziale Dienste und Therapeuten das Ziel, eine mobile Versorgung zu gewährleisten, die immer nahtloser an die stationäre Betreuung anknüpfen kann.

So ist der nächste Schritt auf dem Weg des Sterntalerhofs logisch und herausfordernd zugleich: Der Aufbau eines zweiten Standortes in Tirol soll sichern, was die österreichweite Arbeit im Netzwerk begonnen hat – die so dringend notwendige Achse Ost-West.

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